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Autor Thema: Ausbildung zum Jockey oder "vernünftige Lehre"?  (Gelesen 161 mal)
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Beiträge: 3


« am: Di, 27. Jul. 10, 22:27:39 »

Hallo zusammen..
Ich bin jetzt 15 Jahre alt und habe gerade die Sekundarschule abgeschlossen. Nach den Sommerferien starte ich eine Lehre als Informatikerin -.- naja eigentlich nicht gerade mein Traumjob..

Vor ca. einem dreivirtel Jahr, als ich vor der Berufswahl stand, sass er stur in meinem Kopf fest -> der Traum zur Ausbildung als "Pferdewirt Schwerpunkt Rennreiten".
Ich reite nun seit gut 9 Jahren, hauptsächlich Dressur und Springen und ich kann nur sagen, dass ich dieses Leben im Stall liebe. Das frühe Aufstehen, den Stress, die Kritik, den Muskelkater usw. das alles gibt mir das Gefühl aus Fleisch und Blut zu sein und es gibt nichts schöneres für mich als vom stressigen Misten auf das Pferd zu hetzen und wieder zurück. Vom Chef dermassen unter Druck gesetzt zu werden, dass man gar keine andere Möglichkeit hat als alles perfekt zu machen. Klingt verrückt - aber ich liebe es tatsächlich!

Seit einigen Jahren begann ich mich dann für den Rennsport zu intressieren. Zu meinem Pech lag der nächste -mir bekannte/von mir gefundene- Rennstall jedoch ca. 45 Autominuten von meinem Wohnort entfernt d.h mit dem Zug über 1 1/2 Stunden . Also organisierte ich es so, dass ich immer in den Schulferien auf einem Rennstall in Zürich (Schweiz) arbeiten konnte und dafür dort gratis wohnen durfte. Und ich habe es noch mehr geliebt als das Leben im anderen Stall. Noch früher aufstehen, noch stressiger, noch härter, noch temperamentvollere Pferde, noch gefährlicher. Verdammt es klingt echt verrückt doch - Regen war mein Lieblingswetter..

Nun zurück zur Sache. Ich musste mich also für einen Beruf entscheiden und sagte meinen Eltern "Ich werde eine Ausbildung als Pferdewirtin Schwerpunkt Rennreiten machen". Die lachten sich erst mal einen Schaden und begannen mir dann etliche Bürojobs aufzuzählen. Dass ich Jockey werden wollte akzeptierten sie einfach nicht und auf gut Deutsch beschlossen sie also es mir zu "verbieten".

Verdammt was sollte ich nur tun? Mich ins dunkle stürzen, ausziehen und meine ganze Familie zerstören?

Schliesslich habe ich mich dazu überwunden den einfacheren, anständigeren Weg zu gehen in der Hoffnung mein Ehrgeiz und die Sehnsucht in einem anderen Bereich zu finden.

Nun habe ich also die Lehrstelle als Informatikerin - eine anscheinend vielverprechende Zukunft vor mir.. Aber was nützt mir dass, wenn in mir immer die Sehnsucht nach diesem anderen Leben nagt?! Manchmal stärker ein anderes Mal schwächer, aber doch jede Sekunde in meinem Leben.. Und wenn ich nun diese Lehre durchziehe und das Gefühl nicht verschwunden ist?! 4 Jahre meinen Traum verdränge in der Hoffung das Richtige zu tun..

Was meint ihr? Alles hinschmeissen, gegen den Willen meiner Eltern eine Ausbildung als "Jockey" beginnen? (geht das überhaupt?) oder diese verdammte Lehre durchziehen und dabei vielleicht 4 Jahre meines Lebens an einer unnützigen, qualvollen Tätigkeit vergeuden? Freue mich über Antworten..
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Gesunde und fröhliche Reiterei wünsch ich!


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« Antworten #1 am: Do, 29. Jul. 10, 08:18:16 »

Antwort Nummer zwei... Zwinkernd

Hallo!

Aus der Vernunft raus haben natürlich deine Eltern recht. Aber wären immer alle Menschen der Welt vernünftig gewesen, gäbe es keinen Fortschritt. Zwinkernd

Um deine Eltern beschwichtigen zu können, müsstest du ihnen zeigen, dass dieser Beruf realistisch ist. Also eine Lehrstelle aufweisen und aufzeigen, wie dieser Weg tatsächlich für dich machbar wäre.

Dann: Hast du dir darüber auch Gedanken gemacht, dass du diesen Beruf nur eine sehr begrenzte Zeit lang ausüben werden könnnen wirst? Ähnlich wie Models. Zwinkernd Was wirst du tun, wenn du so mit ca. 30 keine wilden Pferde mehr reiten können wirst, weil andere 15-jährige nachrücken? Zwinkernd Wenn du deinen Eltern auch diese Frage REALISTISCH beantworten kannst, werden sie vielleicht weicher.

Wenn du dich hartnäckig für diesen Weg entscheidest, wirst du deine Familie nicht "zustören", denke ich. Sie werden eine ganze Zeit lang brauchen, sich zu fangen - aber irgendwann werden sie deine Entscheidung akzeptieren. Wenns auch vielleicht Jahre dauern wird. Zwinkernd

Dein Schreibstil ist sehr gefühlvoll und emotional geladen. Das lässt mich darauch schließen, dass du wohl im wahren Leben auch ein sehr spontaner und impulsiver Mensch zu sein scheinst.
Deine Eltern wollen dich sicherlich vor einem Strohfeuer bewahren. Davor, dass du durch einen Schnellschuss dein Leben erschwerst oder verbaust.

Stell dir selber mal die Fragen der Zukunft: Wie wird es mit Kinder und/oder einem Ehemann sein? Gibt es diese Planung bei dir? Kann man von diesem Beruf leben? Sein täglich Brot verdienen? Wo gibt es Arbeitsstellen? Findest du einen Job? Wo wirst du leben?
Schreib dir dies alles mal sehr kritisch auf, geh damit zu deinen Eltern und redet darüber. Sie wollen dir nix vorschreiben, sie wollen dich vor dir selber beschützen. Zwinkernd

Viel Glück und alles Gute!!!

Claudia
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So lange Menschen denken, dass Pferde nicht fühlen, müssen Pferde fühlen, dass Menschen nicht denken.
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